Dühnfort hatte nun also eine eigene Perspektive und ich musste seine Rolle weiter ausstatten, was ich mir hätte ersparen können, wenn er nur aus Sicht der andren Figuren präsent gewesen wäre. Er brauchte also eine Wohnung und ein etwas fülligeres Leben, eines, das sich nicht auf die Polizeiarbeit reduzierte.
Die Wohnung war schnell gefunden. Der Alte Südfriedhof, der ehemalige Pestfriedhof der Stadt München, liegt sehr zentral im Glockenbachviertel und etliche Häuser der angrenzenden Pestalozzistraße bieten eine Aussicht auf die alten Gräber. Ein solcher Ausblick passt zu einem Kriminalhauptkommissar der Mordkommission, dachte ich, baute ein Haus zwischen die bestehenden Häuser und quartierte Dühnfort dort ein. Seither blickt er vom kleinen Balkon, der sich vor der Küche befindet, hinunter auf einen bröselnden Marmorengel, der dort am Grab eines im Alter von achtunddreißig Jahren viel zu früh verstorbenen fiktiven Musikers wacht.
Die Äußerlichkeiten waren also schnell geregelt. Aber wie menschelt Dühnfort privat? Gleich in der ersten Szene aus seiner Perspektive grübelt er, das ist so eine Eigenart von ihm. Doch was beschäftigte ihn? Ich lauschte [als seine Autorin darf ich das] und stellte fest: Er hat ein Problem. Wunderbar, denn es war eines, das man nicht so leicht beiseite wischt, eines, das ihn immer wieder beschäftigen würde.
Gut, das war dann auch erledigt. Also losgelegt mit der Lösung des Falls aus der Perspektive meines neuen Helden. Und ganz schnell stand ich vor dem bereits befürchteten Problem: Wie funktioniert Polizeiarbeit im Detail, wie beschreibe ich sie möglichst realistisch ohne dabei zu langweilen? Recherchieren lässt sich dank Web und Fachbüchern sehr viel, auch die Mitarbeiter der Pressestelle des Polizeipräsidiums München sind sehr hilfsbereit und beantworten Fragen. Aber ich konnte sie ja nicht stundenlang mit meinen Fragen aufhalten. Wie sich das Problem gelöst hat, schreibe ich morgen.
Ach ja, eines noch: Seit gestern ist „Der Sünde Sold“ bei amazon bestellbar. Vier Tage bevor der Countdown beendet ist. Ich schreibe ihn trotzdem fertig, denn erst ab dem sechzehnten wird Dühnforts erster Fall lt. Verlag überall zu kaufen sein.
Sonntag, 12. Oktober 2008
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3 Kommentare:
...tztztz... da versteckt sie g'schamig die Hauptsache so im Kleingedruckten, dass eine alte Frau mit Lesebrille sie fast nicht entziffern kann!
Deshalb spät, aber herzlich, die besten Glückwünsche zur "Geburt" ins Leben - und genieß all die wunderbaren Gefühle des "ersten Mals"!
Herzlichst,
Petra
Liebe Petra,
ich wollte das halt nicht so groß hinausposaunen in diesem Countdown, der dadurch ja sieben minus X Prozent seiner Berechtigung eingebüßt hat ;-)
Danke für die guten Wünsche. Es fühlt sich in der Tat wunderbar an. Ich muss nur aufpassen, kein Amazon-Verkaufsrang-Junkie zu werden :-)
Liebe Grüße
Inge
Du weißt ja, Bücher verkaufen sich immer noch zum Großteil im Laden. ;-) Bei amazon erfährst du eher, wie viele Fans du in gewissen Foren hast...
Viel Erfolg in den Läden
wünscht Petra
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