Dienstag, 14. Oktober 2008

ZWEI: Das Ende

Gelingt es mir einen Roman zu schreiben, den ich gerne lesen würde? Das herauszufinden war mein Ziel gewesen. Am 26. November 2005 war die erste Fassung fertig; ich schrieb das magische Wort ENDE auf Seite 550. Das musste einfach sein, kein Verlag druckt das. Egal, es sollte da stehen. Ein tolles Gefühl. Außerdem hatte ich nicht ernsthaft vor, einen Verlag dafür zu suchen. Ich hatte dieses Buch für mich geschrieben. Das nächste würde ich dann mit der Zielsetzung Veröffentlichung schreiben. Den Erstling nimmt sowieso niemand. Es gab zwar Interesse von zwei Verlagen, die Regionalkrimis veröffentlichen und über romansuche.de auf das Manuskript aufmerksam geworden waren; ich hatte es dort nach dem zweiten Krimiworkshop mit Lisa Kuppler und Carlo Feber und nach Lisa Kupplers Mutmacher – Schreiben Sie weiter, Sie können es! – in einem Anfall von Größenwahn eingestellt, aber Dühnforts erster Fall war kein Regionalkrimi und konnte auch keiner werden.

Das Manuskript hing den Winter über ab und erst im Frühjahr habe ich es mir wieder vorgenommen, um es zu überarbeiten. Vor allem wollte ich kürzen. 550 Seiten, das ahnte ich, sind viel zu viel. Ich las den Text in einem Rutsch, bekam zwischendrin Gähnattacken und somit die Bestätigung meines Verdachts. Kürzen war mit Sicherheit keine schlechte Idee.

Raffen, straffen, rausstreichen. Das geht leichter als man denkt. Um 110 Seiten abgespeckt, las sich das schon deutlich besser, aber noch nicht wirklich richtig gut. Im Laufe des Sommers und Herbstes überarbeitete ich den Text noch zweimal bis daraus ein Roman geworden war, den ich wirklich gerne lesen wollte und das Wort ENDE tatsächlich die Fertigstellung des Manuskripts in der mir bestmöglichen Form darstellte.