Montag, 9. März 2009

Wie man’s macht ...

... man macht’s verkehrt.

In „Der Sünde Sold“ habe ich mich ja darum herum gemogelt, detailliert zu beschreiben wie mein Täter die Morde begeht. Diese Szenen gibt es nicht. Ich präsentiere nur das Ergebnis seiner Taten. Das reicht schon, finde ich. Er hat sich schließlich die Strafen der Inquisition zum Vorbild genommen und wie deren Vollstreckung genau ablief, will ich mir nicht detailbesessen ausmalen, geschweige denn, in Worte fassen müssen.

Bisher habe ich häufig gehört, das Buch sei ganz schön brutal. Woraufhin ich immer auf mein Drumherummogeln verweise und sage, sorry, das spielt sich in deinem Kopf ab, in deiner Phantasie. Ich zeige nur das Ergebnis dessen, was jeder Leser sich selbst nach Lust und Laune ausmalen kann und darf.

Nun gibt es aber die erste gegenteilige Kritik: Einen Punkt Abzug erhält die Story, weil die Morde meiner Meinung nach nur flüchtig angerissen werden, schrieb eine Amazon-Rezensentin.

Hmm?

Ich vermute ja schon lange, dass die Amerikaner/innen da wenig zimperlich sind. Karen Slaughter, vielleicht? Ist das Pseudonym Programm? Nun muss jeder Autor für sich entscheiden, wie weit er in der Beschreibung solcher Gräuel geht. Ein Teil der Leser legt Wert auf solche Szenen, wie es scheint, ein anderer nicht.

In meinen Romanen wird es sie nicht geben. In Dühnforts zweitem Fall „In weißer Stille“ gibt es zwar zwei Tote, die ich aber, wie gehabt, nur präsentiere. Dühnfort und sein Team müssen ihre Vorstellungskraft ebenso in Anspruch nehmen wie der Leser.