Mittwoch, 30. September 2009

Eine Vergewaltigung ist eine Vergewaltigung, ist eine Vergewaltigung

Plötzlich taucht das Wort Verführung in den Medien auf. Verführung einer Minderjährigen. Es klingt doch so viel besser als Vergewaltigung. Verführung. Da schwingt Einverständnis mit. Vielleicht war es ein wenig unklug von ihr und auch gegen ihre eigentlichen Absichten und verboten war es sowieso, aber er hat sie dazu verführt und sie hat mitgemacht. Also ist sie mitschuldig und der Täter entlastet. Eine altbekannte Masche. So macht man aus Opfern (Mit)täter.

Verführung. In diesem Wort schwingt auch ein Hauch Anerkennung mit. Ein Verführer, einer der Frauen erobert, ein Held, ein ganzer Kerl, dem es gelingt Frauen zu verleiten ein wenig unklug zu sein. Es klingt so harmlos.

Allerdings frage ich mich, wie frei die Entscheidung einer Dreizehnjährigen sein kann, Geschlechtsverkehr mit einem Mann zu haben, der sie zuvor mit Alkohol und Drogen gefügig gemacht hat? 

Eine Vergewaltigung ist eine Vergewaltigung, ist eine Vergewaltigung. Der Versuch eine widerwärtige Tat in der öffentlichen Meinung zu verharmlosen, in dem man sie nicht beim Namen nennt, sondern das hässliche Wort durch ein besser klingendes ersetzt, ist perfide.

Und noch etwas fällt mir bei der Berichterstattung über die Verhaftung Roman Polanskis auf, vielleicht ist das Zufall, vielleicht auch nicht. Unter der Überschrift „Stars für Polanski – Internationale Proteste gegen die Festnahme des Regisseurs“ (SZ von heute) werden einige der „größten Namen des internationalen Films“ aufgelistet, die eine Petition zur Freilassung Polanskis unterzeichnet haben: Es sind alles Namen von Männern.

13 Kommentare:

Karla Paul hat gesagt…

Ich kann Dir und Deinem Beitrag nur aus vollem Herzen zustimmen, genauso denke ich auch und habe das bereits im Bekanntenkreis besprochen. Dort können weder Männer noch Frauen die Proteste nachvollziehen. Und hätte Polanski wirklich Reue gezeigt bzw. zu seiner Tat gestanden, dann hätte er sich längst in Amerika stellen können.
Diese Tat ist abscheulich und noch schlimmer die Verharmlosung oder gar Verherrlichung davon!

probek hat gesagt…

Es sind alles Namen von Männern

Das ist falsch. Zu den Unterzeichnern von Petitionen zur Freilassung Polanskis gehören u.a.:

Isabelle Adjani
Diane von Fürstenberg
Fanny Ardant
Asia Argento
Jeanne Moreau
Tilda Swinton
Monica Bellucci
Isabelle Huppert

-- um nur mal die bekanntesten Frauen zu nennen, die mir in den Listen aufgefallen sind. Die Trennlinie zwischen den Gruppen "Ab ins Gefängnis mit dem Kinderschänder", "Freiheit für Roman Polanski", "Gerechtigkeit zählt mehr als Prominenz", "Vergebung und Verjährung über Rache" etc. verläuft also mitnichten entlang von Geschlechtsgrenzen. Ganz so einfach ist es nicht.

Quellen:

http://www.sacd.fr/Le-cinema-soutient-Roman-Polanski-Petition-for-Roman-Polanski.1340.0.html

bzw.

http://www.bernard-henri-levy.com/la-petition-de-la-regle-du-jeu-grossit-par-ordre-alphabetique-tous-les-signataires-2423.html

Inge Löhnig hat gesagt…

Bitte genau lesen, was ich geschrieben habe: Ich zitiere aus der heutigen SZ und DORT sind nur Männer aufgezählt.

Außerdem schieb ich "Vielleicht ist es Zufall,vielleicht nicht." Ich mache es mir also nicht leicht und baue keine Grenzen auf. Mir fällt nur auf ...

LG
Inge Löhnig

probek hat gesagt…

Ja. Und ich mache nur darauf aufmerksam, dass der (von wem auch immer) vermittelte Eindruck, nur Männer hätten die Freilassung Polanskis gefordert, falsch ist.

Anonym hat gesagt…
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Anonym hat gesagt…
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Anonym hat gesagt…

FREE ROMAN POLANSKI !!!!

Anonym hat gesagt…

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Anonym hat gesagt…

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Anonym hat gesagt…

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Anonym hat gesagt…

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Anonym hat gesagt…
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Anni hat gesagt…

Auf der Wiener Buchmesse entblödete sich ein Verlagsstand ebenfalls nicht, für Polanski einzutreten ... unglaublich.