Samstag, 30. Mai 2009

Neues Buch – neuer Look

So, nun ist es geschafft. Meine Website hat einen neuen Look und dort finden sich auch erste Informationen über Dühnforts zweiten Fall "In weißer Stille". Der Trailer ist noch  nicht ganz fertig. Ich hoffe aber, dass ich ihn nächste Woche auf die HP stellen kann. 

Das Gästebuch gibt es nicht mehr. Leider. Über die netten Einträge dort habe ich mich gefreut. Es wurde jedoch ständig mit Spams zugemüllt - und zwar richtig: im fünf-Minuten-Takt - und das vorgeschaltete Captcha hat meine Leser abgehalten Einträge zu machen. Deren nettes Feedback bekam ich dann direkt per Mail. Und darüber freue ich mich natürlich weiterhin.

Wer mal gucken will, der klickt am besten HIER


Dienstag, 26. Mai 2009

In weißer Stille

Für alle, die schon darauf warten: Nun ist Dühnforts nächster Fall in der Programm-Vorschau und damit ist es offiziell. "In weißer Stille" erscheint im Februar 2010.

Falls sich nun jemand fragt, ob die Jahreszeit zum Titel passt und das Buch deshalb im Februar erscheint: "In weißer Stille", spielt weder auf eine verschneite Winterlandschaft an noch auf einen koksenden Protagonisten. Der Titel ist eine Anlehnung an eine Textstelle aus Pierre Lotis Roman Die Islandfischer.

"Rund um Island herrschte das seltene Wetter, das die Seeleute die weiße Stille nennen; denn es rührte sich nichts in der Luft, als seien alle Winde erschöpft, erstorben."

Und diese weiße Stille ...
Nein, das verrate ich jetzt nicht.

Für alle, die gerne mehr Information wollen, wird es demnächst auf meiner Website (die dann auch einen neuen Lookk haben wird) eine Leseprobe geben und einige Wochen vor Erscheinen des Buches auch eine ausführliche Kostprobe auf vorablesen.de über die ich rechtzeitig informieren werden. Denn dort kann man das Buch auch vorab als Gratis-Leseexemplar bekommen.

Und worum geht es nun in Dühnforts neuem Fall? Infos gibt es hier?
Außerdem verrate ich Eines, da diese Frage schon oft gestellt wurde: Ja, Agnes spielt wieder eine Rolle.

Montag, 18. Mai 2009

Krimischauplätze, die auch eine Reise wert sind

Vor einigen Wochen erhielt ich die Anfrage, ob ich denn nicht über Krimischauplätze schreiben wollte, die auch eine Reise wert sind. Keine schlechte Idee, wie ich fand.

Normalerweise mache ich es umgekehrt. Ich reise irgendwo hin und habe natürlich meine Autorenphantasie mit im Gepäck, die von ganz alleine Ausschau nach kriminellen Möglichkeiten hält - glauben Sie mir: Das kann manchmal ganz schön nerven. Stehe ich an einer bretonische Steilküste, fragt meine Phantasie sofort, wer da wohl hinabgestoßen werden könnte und weshalb? In engen italienischen Gassen spielen sich Verfolgungen ab - mal als Jagden, mal als Anschleichen. Die Muscheln beim Italiener, könnte man da nicht ... Der Canal St. Martin in Paris mit seinen Schleusen ... und die Lagune von Venedig ... ganz zu schweigen von den düsteren Beichstühlen der Kirche in Lanloup ... Ungezählt sind die Möglichkeiten, die sich auf Flughäfen, in Bahnhöfen, in Zügen eröffnen.

Diesmal also umgekehrt. Welche Krimischauplätze wären mal eine Reise wert? Ich habe mein Bücherregal inspiziert und bin fündig geworden. Erstaunlicherweise hauptsächlich - bis auf eine Ausnahme - in Europa. Das liegt vermutlich daran, dass ich kaum noch amerikanische Krimis lese. Keine bewusste Entscheidung. Das hat sich in den letzten Jahren so ergeben.

Wer die Liste mit den zehn intressantesten Krimischauplätzen, die auch eine Reise wert sind, lesen will, klickt bitte: HIER

Montag, 11. Mai 2009

Criminale 2009

Wenn sich über 230 deutschsprachige Krimiautoren und Krimiautorinnen an einem Ort versammeln nennt sich das Criminale. Alle Jahre wieder. Jedes Jahr in einer anderen Stadt bzw. Region. Dieses Jahr war das Treffen grenzübergreifend organisiert und die Epizentren lagen in Singen und Schaffhausen [[und natürlich in der Hotel-Bar]]. Über 150 Lesungen und Veranstaltungen fanden zwischen Donnerstag und Sonntag letzter Woche statt. Und ich war endlich auch richtig mit dabei, nämlich als Autorin mit einer Lesung. (Im vergangenen Jahr, in Wien, war „Der Sünde Sold“ noch nicht erschienen.) Gemeinsaum mit Niklaus Schmid und Claudia Puhlfürst las ich in Steißlingen in der Herrentorkel.

Eine Torkel ist ein ca. 3 Tonnen schwerer Baumstamm, der früher verwendet wurde um beim Weinpressen auch noch die letzten Tropfen aus den Trauben zu quetschen. Heute machen das vermutlich Maschinen. Um diese Torkel herum, befindet sich ein historisches Fachwerkgebäude, das die Gemeinde Steißlingen vor einigen Jahren vor dem völligen Verfall rettete und in ein Begegnungszentrum umwandelte.

Eine wunderbare Atmosphäre für eine Lesung und auch die Technik stimmte. Ich hatte sogar die Wahl zwischen Headset und Standmikrophon, was mich angesichts von mehr als fünfzig Zuhörern beruhigte.

Nach der Vorstellung und Begrüßung durch den Bürgermeister ging es los. Zuerst las ich. Die Passagen aus „Der Sünde Sold“, die ich ausgewählt hatte, sind ruhig und unheimlich, und entsprechend still war es im Raum. Da gibt es nichts zu lachen. Das geschah wenig später, als Claudia Puhlfürst - zum Brüllen komisch - aus ihrem Roman „Rachegöttin“ las. Zum Schluss präsentierte Niklaus Schmid seinen Kurzkrimi Steißlingen, Texas aus der Anthologie Gefährliche Nachbarn, die eigens für die Criminale konzipiert und verlegt worden war.

Eine schöne und runde Mischung von Texten und ein gelungener Abend, das fanden unsere Gastgeber und Zuhörer ebenso wie wir drei Syndikatler.

Element, das

1. Stoff der [als Baustein für andere, zusammengesetzte Stoffe] in der Natur vorkommt ... sinnv. Grundstoff ... 2. Erscheinung der Natur, von gewaltiger, schwer zu bändigender Kraft ... sinnv. Naturgewalt ... 3. einzelner Bestandteil, Wesenszug (von etwas): die Elemente eines Baustils ... 4. Bereich, in dem jmd. gern und gut in Bezug auf sein Können und seine Interessen tätig ist ... 5. (Plural) Menschen, die wegen ihrer Verhaltens-, Lebensweise vom Sprecher als verachtenswert, verabscheuungswürdig angesehen werden ...

So steht es im Duden, Band 10, Bedeutungswörterbuch.
Hier eine Anregung an die Dudenredaktion für eine Ergänzung: 6. Schrankerssatzmöbelstück [unzureichend] in Holiday-Inn-Express-Hotels.

Dieses Möbel besteht aus einem offenen Regal mit Kleiderstange. Kann man diese 25 cm eigentlich noch so nennen? Wohl eher Kleiderstängelchen? Und darauf sollen Hemden, Blusen, schickes Outfit für den Tango Criminale für meinen Mann und mich passen?

Die nahe liegende Frage an die Hotelmanagerin: Könnte ich bitte ein Zimmer mit Schrank haben? Die verblüffende Antwort: Haben wir leider nicht. In allen Zimmern gibt es nur das Element.
Das Element?
Das Element. So nennt sich dieser Nichtschrank.

PS: Woher die Redewendung, schmal wie ein Handtuch, kommt, verstehe ich übrigens neuerdings auch.

Samstag, 2. Mai 2009

Feuer brennt nicht

Heute gibt es wieder eine Buchbesprechung. „Feuer brennt nicht“ von Ralf Rothmann, erschienen im Suhrkamp Verlag.

Es ist der erste Roman des Autors, den ich gelesen habe und den ich erst mit diesem Buch entdeckte. Und: Es ist kein Krimi.

Ralf Rothmann beschreibt in diesem Buch das Leben eines Schriftstellers namens Wolf. Ralf – Wolf? Beide sind Autoren. Da liegt die Frage nahe: Wie viel Autor steckt in der Romanfigur? Aber diese Frage ist müßig: Wolf mag ich nicht. Ralf Rothmann kenne ich nicht persönlich.

Wolf ist also Autor, lebt in Berlin (genauer im Osten der Stadt, also ehemaligem DDR-Gebiet) und steht laut Klappentexten und Rezensionen zwischen zwei Frauen. Das kann ich nicht finden. Er hat zwar eine langjährige Lebenspartnerin, Alina und eine Geliebte, Charlotte. Aber er steht nicht in dem Spannungsfeld, sich für eine der beiden entscheiden zu müssen. Er nimmt einfach beide und ab und an einen One-Night-Stand und wenn das nicht reicht, dann geht er in den Puff. Alina gibt sich großzügig und Charlotte will Wolf nicht für immer - nur alle vierzehn Tage. Wo ist das Dilemma?

Sex wird in diesem Buch ausführlich, bis hin zu grauen Schamlippen, beschrieben. Hätte einerseits vielleicht nicht unbedingt sein müssen, andererseits entlarvt das die Romanfigur Wolf ganz prächtig.

Anfangs weiß Alina, die seit zwanzige Jahren an seiner Seite ausharrt – warum, das wird eigentlich nie geklärt, man kann es als Leser nur ahnen – nichts von Charlotte. Doch während eines Parisurlaubs fragt Alina und erfährt die Wahrheit. Wolf beichtet, ist erleichtert, braucht er doch nun nicht mehr heimlich tun, nachdem Alina die Geliebte großmütig akzeptiert. Doch sie leidet unter der Situation. Wolf bemerkt das, was ihn aber nicht daran hindert weiter alles zu wollen und zu nehmen. Arschloch, habe ich laut in die Stille meines Zimmers gesagt, als Wolf zu Charlotte geht, ohne sich von Alina zu verabschieden, die weinend in ihrem Arbeitszimmer sitzt. Er sieht das als Rücksichtsnahme. Ich denke, er hat keine Ahnung, wer da in diesem Zimmer sitzt und weint.

Wolf ist ein sich permanent bespiegelnder Egozentriker, der Alinas Liebe und Hingabe, wie selbstverständlich nimmt, ebenso wie Charlottes Bereitwilligkeit, seine Bedürfnisse zu befriedigen, die allerdings auch ihre sind. Sie gibt ihm viel und er sagt, dass sie nicht geben kann. Diesem Satz folgt ein kurzer Monolog, in dem Charlotte Wolf erklärt, was sie ihm gibt! Davon hätte ich gerne mehr gehabt. Wolf stößt so gut wie nie auf Widerstand.

Auf das, in mehreren Rezensionen, als überraschend, angekündigte Ende, habe ich gewartet. Als es dann kam – ich ahnte es ohnehin schon – war ich enttäuscht. Alina, todkrank, bringt sich um. Mir hätte es besser gefallen, wenn sie – ebenso still, wie sie sich zu ihrem Selbstmordort begibt – aus Wolfs Leben davon gemacht hätte. Lebend!

Was mich an dem Roman – der eher eine sehr lange Erzählung ist – gefallen hat, ist Rothmanns präzise Sprache. Mit wenigen Worten bringt er Stimmungen und Personen auf den Punkt. Ebenso gefällt mir, dass ich mir mein ganz persönliches Bild von Wolf und Alina und ihrer Beziehung machen darf. Der Autor schreibt es mir nicht vor. Ich bin sicher, Männer werden das Buch anders lesen als Frauen und auch manche Frau wird es anders lesen als ich.

Gegen Ende taucht eine wunderbare weibliche Nebenfigur auf, Gerda, die steinalte Tante von Wolfs Frisöse. Es entspinnt sich ein schöner Dialog in diesem, an Dialogen armen Buch.

„Wissen Sie, was unter dem ersten Brief meines späteren Mannes stand? Ich liebe Dich für immer. Heil Hitler, Dein Kurt. Drollig, oder? Das war so ein Super-Schneidiger; möchte nicht wissen, was der so alles verbockt hat damals. Und dreißig Jahre, vier Kinder und zwei Fehlgeburten später, nachdem er sich mit seiner neuen Flamme an die polnische Ostsee verdrückt hatte, hieß es dann Ich hoffe, wir bleiben trotzdem Freunde. Mit sozialistischen Grüßen, Dein oller K. Das zur Weltgeschichte.“

Das also, sagt Tante Gerda.
Geschichte in wenigen Zeilen komprimiert und viel Freiraum zwischen den Zeilen für die eigenen Vorstellungskraft.

Plötzlich taucht da am Ende eine sehr lebendige Figur auf und macht mir dadurch deutlich, was mir in dem Roman - den ich eigentlich als lange Erzählung empfunden habe - fehlt. Von diesen Figuren und Dialogen hätte ich gerne mehr gehabt.

Mein Fazit: Ein tolles Buch, das durch eine genaue Beobachtungsgabe und sehr präzise Sprache besticht.