Montag, 16. August 2010

Zufälle ...

... sollten in Krimis am besten keine Rolle spielen. Im wirklichen Leben hat man das aber nicht in der Hand und sie passieren einfach.

Das war so, als ich einen Kriminalhauptkommissar der Münchner Mordkommission kennen lernte und genau zu dem Zeitpunkt, als ein solcher Kontakt wie gerufen kam. Glück gehabt!

Im Frühsommer habe ich mir überlegt, worum es in Dühnforts viertem Fall gehen könnte und habe dafür ein Konzept erarbeitet. Relativ schnell war klar, das wird ein rechercheintensives Buch. Unter anderem muss ich in Erfahrung bringen, wie ein Kriseninterventionsteam arbeitet.

Ich habe ein wenig gegoogelt und mir überlegt, wen ich am besten ansprechen könnte, um Einblick in das Thema zu bekommen. Ich saß an meinem Mac, eine Mail landete im Postfach. Sie kam von einem Leser, Herrn R. aus Murnau, der begeistert „Der Sünde Sold“ verschlungen hat. Das wollte er mir mitteilen und falls ich mal jemanden bräuchte, der mir erzählt, wie das Rettungswesen funktioniert und alles was im weitesten Sinn damit zu tun hat, könnte ich mich gerne an ihn wenden, er habe 33 Jahre Berufserfahrung auf diesem Gebiet. Der Mann kam wie gerufen! Glück gehabt!

Am Samstag war es dann so weit. Mein Mann und ich sind nach Murnau gefahren und haben uns mit Herrn R. getroffen. Es gab Kaffee und Kuchen und Herr R. erzählte, wie Kriseninterventionsteams aufgebaut sind, wie sie entstanden, wie sie funktionieren, wie Mitarbeiter ausgewählt, geschult und betreut werden. Je mehr Informationen ich bekam, umso klarer wurde eine Figur und ihr Werdegang in meiner Vorstellung. Sehr schön ist auch, dass ich mein KIT komplett erfinden kann. Ein nettes kleines Kriseninterventionsteam, das ich irgendwo in München ansiedeln werde, denn solche privat organisierten KITs gibt es und meines ist somit glaubhaft. Auf ASB oder BRK würde ich ungern zurückgreifen. Die Reaktion aus dem Krankenhaus Großhadern, auf zwei kleine Szenen in „In weißer Stille“ sitzt mir noch in den Knochen.

Der Nachmittag in Murnau endete mit der Besichtigung eines Rettungshubschraubers. Wie meinte Herr R.? Die Dinger fliegen eigentlich nicht, man hindert sie nur permanent am Absturz. 15 Jahre lang ist Herr R. mit diesem Hubschrauber geflogen, als Copilot und Mann an der Seilwinde. Dabei stand er außen auf den Kufen ... das will ich mir eigentlich gar nicht wirklich vorstellen. Da wird’s mir schwindlig.

Ganz lieben Dank an Herrn R. für die tollen Einblicke und Informationen und die Zeit, die Sie sich genommen haben, meine tausend und eine Frage zu beantworten.