Freitag, 24. Juni 2011

Das verstehe ich nicht

Heute im SZ-Magazin.

Meike Winnemuth, die Autorin der Kolumne "Das verstehe ich nicht", hat Mitleid mit Männern, die per Mail und Web Fotos ihrer Geschlechtsteile verbreiten, bevorzugt in erigiertem Zustand.


Das verstehe ich nicht. Genau. Ich verstehe das auch nicht. Wie kann man das Thema sexuelle Belästigung so weichgespült und verharmlosend darstellen?

Männer, die ihr Genital fotografieren – am besten noch im erigierten Zustand - und per Mail unaufgefordert verschicken, sind keine spätpubertären Jungs, die an Klotüren schmieren und nicht wissen was sie tun. Sie sind auch keine verliebten Romeos, die statt roter Rosen nun diese Bilder verschicken, um das Herz der Angebeteten zu erobern.

„Shock and awe“ – jemanden schockieren, einschüchtern, ihm Furcht einflößen. Genau darum geht es bei der Mehrheit dieser im Internet verbreiteten Bilder, wie an einer Stelle der Kolumne sehr richtig gesagt, doch dann leider darauf nicht eingegangen wird. Es geht um Macht und Dominanz und um Narzissmus.

Männer, die Frauen unaufgefordert und unerwünscht Fotos ihres erigierten Penis’ schicken, suchen keine partnerschaftliche Beziehung, sie suchen nicht Nähe, sondern ganz im Gegenteil die Anonymität in der sie sich verstecken und Frauen belästigen können. Einen solchen Kerl möchte ich weder in den Arm nehmen, noch um ihn weinen, den würde ich am liebsten zum Therapeuten schicken.

1 Kommentare:

Nicki hat gesagt…

Oh, ich kann Sie da soooo gut verstehen, diese Frau, die Mitleid mit solchen Männern hat, sollte aber bitte ebenfalls in Therapie!!

LG
Nicki