Donnerstag, 17. Dezember 2009

Leseprobe "In weißer Stille"

Wer ungeduldig auf eine Neuerscheinung wartet oder auf der Suche nach neuen Büchern oder Autoren ist oder mal in ein bisher nicht gelesenes Genre reinschnuppern will, der ist auf vorablesen.de genau richtig. Hier werden wöchentlich ein bis drei Bücher mit einer ausführlichen Leseprobe vorgestellt. Gewinnen kann man dabei auch noch, nämlich ein Gratisexemplar, wenn man einen Leseeindruck schreibt.

Ab kommenden Montag wird dort Dühnforts zweiter Fall "In weißer Stille" dort vorgestellt. Wer als schon ungeduldig wartet kann sich ab 21.12. HIER einen Eindruck verschaffen und mit etwas Glück das Buch gewinnen.

Montag, 14. Dezember 2009

Interviews

Seit ein paar Tagen ist ein Interview mit mir bei loveleybooks.de zu lesen. Wer mal gucken will, findet es HIER

Ganz stilecht wurde ich außerdem letzte Woche von einer Redakteurin des agd | viertel im Café des Münchner Literaturhauses interviewt. Die AGD (Allianz deutscher Designer) ist der Berufsverband dem ich als Grafikerin angehöre. Vierteljährlich erscheint die Mitgliederzeitschrift agd | viertel unter einem Schwerpunkttehma. In der Ausgabe 1/2010 geht es um Grafik-Designer, die zum Schreiben gefunden haben. Das Spektrum soll vom Sachbuch über hohe Literatur bis zum Krimi reichen. Ich bin gespannt.

Samstag, 12. Dezember 2009

Henryk M. Broder trifft Maxim Biller

Im SZ-Magazin von gestern findet sich ein gar köstliches Interview mit Henryk M. Broder und Maxim Biller.

Irgendwie festigt es meine bisher noch etwas vage Meinung zu Maxim Biller.
Und die Frage nach dem Leiden des Autors am Scheiben und Leben, gehört ja bekanntermaßen zu meinen Lieblingen.

Zitat:
Biller: Das siehst du so. Ich sehe es anders. Ich nehme meine Arbeit sehr ernst. Ich leide oft und schön und zuweilen sehr poetisch darunter, was es bedeutet, jeden Tag zu schreiben.

Broder: Ich würde nie etwas machen, worunter ich leide.
Zitatende.

Bravo!, Herr Broder.

Und Ihne viel Vergnügen bei der Lektüre!

Der Bankräuber mit dem schlechten Gewissen

Whodunits sind Krimis, in denen es in erste Linie darum geht, herauszufinden, wer der Täter ist. Das kann sehr spannend sein. Doch mich hat schon immer mehr intressiert, wie jemand zum Täter wird und wie er mit seiner Tat umgeht. Das finde ich persönlich viel interessanter, deshalb schreibe ich Whydunits.

Vor einigen Tagen habe ich auf SPIEGEL-online einen Artikel gelesen, der genau diese Facetten einer Täterpersönlichkeit bleuchtet. Da überfällt ein Mann eine Bank, wird nicht erwischt - drei Jahre lang - da er keine Spuren hinterlassen hat. Glück gehabt. Denn der Überfall war alles andere als profesionell. Doch nach drei Jahren ist der Leidensdruck so groß, dass der Täter sich stellt. Die Polizisten, bei denen er sein Geständnis ablegt, glauben ihm zunächst nicht, fragen, wieviel er denn getrunken habe. Drei Stunden benötigt der Räuber mit dem schlechten Gewissen, um die Polizei zu überzeugen.

Roman Polanski könnte sich an diesem Mann ein Beispiel nehmen. Auch er sollte die Konsequenzen seiner Tat, die er ja nicht leugnet, auf sich nehmen. Aber dazu braucht man wohl ein Gewissen. In diesem Fall, ein schlechtes Gewissen. Das Wissen darum, Unrecht getan zu haben.

Hier der Link zum Artikel über den Bankräuber mit dem schlechten Gewissen.

Donnerstag, 19. November 2009

Ohne Worte 2


Vielen Dank an Bille für das Fundstück.

Sonntag, 15. November 2009

Gemischtes Allerlei

So, nach langer Schweigsamkeit melde ich mich endlich wieder zu Wort. Viel ist geschehen. Unsere Blutspendeaktion lief prima, so prima, dass eine Wiederholung von Seiten des Krankenhauses und des Blutspendedienstes gewünscht wird. Nächstes Jahr im November, an einem Samstagnachmittag wird es wieder soweit sein: Krimiautoren retten Leben!

***

Dann gab es am vergangenen Montag noch ein Krimifrühstück mit den Mordsweibern, zu denen ich auch gehöre. Nach spannender Anreise – dank des regelmäßig in Erscheinung tretenden Münchern-S-Bahn-Chaos’ – trafen wir auf über 50 Zuhörer, die sich an einem Vormittag in der Stadtbibliothek Aumühle in Fürstenfeldbruck einfanden. Zwei Frauen erzählten, sie hätten sich dafür extra frei genommen. Von einem derart begeisterten Publikum kann man nur träumen. Angelika Hüting las aus ihrem Krimi „Fischblut“ und Ingeborg Struckmeyer mit gewohnt trockenem Humor aus ihren Kurzgeschichten. Dann war ich an der Reihe und brachte den Zuhörern Dühnfort und Agnes näher und natürlich gab ich auch Einblick in die Gedankenwelt meines Bösewichts in „Der Sünde Sold.“

Vorher erlitt ich allerdings beinahe eine Panikattacke, denn 40 Minuten auf einem kalten und zugigen Bahnsteig machten sich im Rachen bemerkbar. Mit jeder Minute, die verstrich, wurde er rauer, kratziger und meine Angst, bald keinen Ton mehr heraus zubekommen stieg sekündlich. Ipalat half nicht! Da entsann ich mich der Dose Grether’s Pastilles (kein Genitiv-Fehler, sondern Schweizer Produkt mit britischem Namen), die meine Sprechtrainerin mir für solche Fälle empfohlen hatte. Zu Recht. Sie sind eine Wunderwaffe. Vielen Dank, Frau Pillmann!

Zweieinhalb Stunden flogen nur so vorüber. Anschließend wurden Fragen gestellt und beantwortet und Bücher signiert. Die Presse war mit drei Reportern vertreten und an den nächsten Tagen folgten Artikel in der SZ, im Merkur und im Kreisboten.

Schön war es und wir Mordsweiber kommen gerne wieder nach Fürstenfeldbruck.

***

Heute Morgen bin ich wie gewohnt um sechs Uhr aufgestanden und saß um halb sieben im Schlafanzug mit einer Kanne grünem Tee beim Schreiben. Ein besonderer Tag. Drei Stunden später schrieb ich das Wort ENDE unter die Rohfassung des Jugendthrillers. Ich mache das noch immer, dieses ENDE-schreiben. Das muss einfach sein, denn es ist noch immer ein tolles Gefühl, einen Roman bis zu diesem Punkt gebracht zu haben. Nun schon zum vierten Mal. 

Mittwoch, 30. September 2009

Eine Vergewaltigung ist eine Vergewaltigung, ist eine Vergewaltigung

Plötzlich taucht das Wort Verführung in den Medien auf. Verführung einer Minderjährigen. Es klingt doch so viel besser als Vergewaltigung. Verführung. Da schwingt Einverständnis mit. Vielleicht war es ein wenig unklug von ihr und auch gegen ihre eigentlichen Absichten und verboten war es sowieso, aber er hat sie dazu verführt und sie hat mitgemacht. Also ist sie mitschuldig und der Täter entlastet. Eine altbekannte Masche. So macht man aus Opfern (Mit)täter.

Verführung. In diesem Wort schwingt auch ein Hauch Anerkennung mit. Ein Verführer, einer der Frauen erobert, ein Held, ein ganzer Kerl, dem es gelingt Frauen zu verleiten ein wenig unklug zu sein. Es klingt so harmlos.

Allerdings frage ich mich, wie frei die Entscheidung einer Dreizehnjährigen sein kann, Geschlechtsverkehr mit einem Mann zu haben, der sie zuvor mit Alkohol und Drogen gefügig gemacht hat? 

Eine Vergewaltigung ist eine Vergewaltigung, ist eine Vergewaltigung. Der Versuch eine widerwärtige Tat in der öffentlichen Meinung zu verharmlosen, in dem man sie nicht beim Namen nennt, sondern das hässliche Wort durch ein besser klingendes ersetzt, ist perfide.

Und noch etwas fällt mir bei der Berichterstattung über die Verhaftung Roman Polanskis auf, vielleicht ist das Zufall, vielleicht auch nicht. Unter der Überschrift „Stars für Polanski – Internationale Proteste gegen die Festnahme des Regisseurs“ (SZ von heute) werden einige der „größten Namen des internationalen Films“ aufgelistet, die eine Petition zur Freilassung Polanskis unterzeichnet haben: Es sind alles Namen von Männern.