Mittwoch, 30. September 2009

Eine Vergewaltigung ist eine Vergewaltigung, ist eine Vergewaltigung

Plötzlich taucht das Wort Verführung in den Medien auf. Verführung einer Minderjährigen. Es klingt doch so viel besser als Vergewaltigung. Verführung. Da schwingt Einverständnis mit. Vielleicht war es ein wenig unklug von ihr und auch gegen ihre eigentlichen Absichten und verboten war es sowieso, aber er hat sie dazu verführt und sie hat mitgemacht. Also ist sie mitschuldig und der Täter entlastet. Eine altbekannte Masche. So macht man aus Opfern (Mit)täter.

Verführung. In diesem Wort schwingt auch ein Hauch Anerkennung mit. Ein Verführer, einer der Frauen erobert, ein Held, ein ganzer Kerl, dem es gelingt Frauen zu verleiten ein wenig unklug zu sein. Es klingt so harmlos.

Allerdings frage ich mich, wie frei die Entscheidung einer Dreizehnjährigen sein kann, Geschlechtsverkehr mit einem Mann zu haben, der sie zuvor mit Alkohol und Drogen gefügig gemacht hat? 

Eine Vergewaltigung ist eine Vergewaltigung, ist eine Vergewaltigung. Der Versuch eine widerwärtige Tat in der öffentlichen Meinung zu verharmlosen, in dem man sie nicht beim Namen nennt, sondern das hässliche Wort durch ein besser klingendes ersetzt, ist perfide.

Und noch etwas fällt mir bei der Berichterstattung über die Verhaftung Roman Polanskis auf, vielleicht ist das Zufall, vielleicht auch nicht. Unter der Überschrift „Stars für Polanski – Internationale Proteste gegen die Festnahme des Regisseurs“ (SZ von heute) werden einige der „größten Namen des internationalen Films“ aufgelistet, die eine Petition zur Freilassung Polanskis unterzeichnet haben: Es sind alles Namen von Männern.

Dienstag, 29. September 2009

Ein widerwärtiges Verbrechen und eine unverständliche Reaktion

Vergewaltigung ist ein Verbrechen. Und die Vergewaltigung eines Kindes ist eines der verabscheuungswürdigsten und gesellschaftlich geächtet. Geschieht eine solche Tat, geht ein Aufschrei durchs Land. Es werden härtere Strafen gefordert, von „Schwanz ab“ bis „Wegsperren für immer“. Null Toleranz. Normalerweise.

Roman Polanski hat ein solches Verbrechen begangen. Er hat ein dreizehnjähriges Kind mit Alkohol und Drogen abgefüllt und dieses Kind dann vergewaltigt. Er hat die Tat gestanden und sich seiner Strafe durch Flucht entzogen. Laut geltendem Recht des Staates Kalifornien verjähren vorsätzliche Vergewaltigungen nicht.

31 Jahre konnte Polanski unbehelligt in Europa leben. 31 Jahre, in denen die US-Justiz mehrfach versucht hat seine Verhaftung im Ausland zu erreichen. Zuletzt vor zwei Jahren. Und nun ist sie geglückt ...

... und ein Aufschrei geht durch Europa! Kein Aufschrei über das Verbrechen, das Polanski begangen und gestanden hat. Es herrscht also kein Zweifel an der Tat. Politiker und Kulturschaffende empören sich über die Verhaftung.

Sie empören sich über die Verhaftung eines Vergewaltigers, eines Kinderschänders. Denn das ist Roman Polanski. Natürlich ist er auch Künstler, Sohn in Auschwitz ermordeter Juden, Witwer einer ermordeten, schwangeren Frau. Ein Mann mit einem Schicksal, das für mehrere Leben reichen würde. Aber dieses Schicksal spricht ihn nicht frei von seiner Tat, mildert sie nicht, und kann ihm keine Sonderbehandlung gewähren, allenfalls in einem ordentlichen Prozess.

Montag, 21. September 2009

Ohne Worte


Dank an Bille, für das Fundstück.

Sonntag, 13. September 2009

Krimiautoren retten Leben!



Geschafft! Manchmal muss man eben ein wenig hartnäckig sein. Mitte August waren wir ja nahe daran aufzugeben, siehe Blutkrieg? aber nun ist es geschafft. Unsere Aktion der Blut- und Buchspende wird stattfinden.

Wann: Freitag, 2. Oktober 2009, ab 14.30 Uhr
Wo: Klinikum rechts der Isar, Eingang Einsteinstraße - Hörsaaltrakt. Eintritt frei!

16 Autoren werden lesen, sechs öffentlich im Pavillon, zehn auf Krankenstationen. Außerdem spenden wir unser Blut an den Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes, denn Blut ist knapp und Spender werden gesucht! Wir Krimiautoren gehen also mit gutem Beispiel voran und lassen zur Abwechslung mal unser eigenes Blut fließen. Natürlich hoffen wir, dass möglichst viele Zuhörer es uns gleichtun. Wer das macht, kann auch noch gewinnen und zwar signierte Krimis, Krimipakete, eine Lesung bei sich daheim und als Hauptpreis einen SONY E-Book Reader aus der neuen Serie Touch Edition. Das gute Stück ist so brandneu, dass es noch nicht im Handel ist.

Es lesen öffentlich: Friedrich Ani, Heidi Rehn, Oliver Pötzsch, Felicitas Mayall, Harry Luck und ich. Auf den Krankenstationen lesen: Gabriela Galvani, Veronika Rusch, Lotte Kinskofer, Ingeborg Struckmeyer, Frank Schmitter, Michael Rossié, Anna Banfhile, Barbara Ludwig, J. M. Soedher, Leonhard Seidl. Moderation der Veranstaltung: Angela Eßer.

Donnerstag, 10. September 2009

Ist Mr B tatsächlich tot?


Zurück von der Biennale in Venedig, beschäftigt mich eine Frage: Ist Mr B tatsächlich tot? Zwei Nächte habe ich nun darüber geschlafen und denke, nein, es ist nicht seine Leiche, die im Pool treibt.

Weshalb ich das glaube?
Es liegt an den Schuhen!

Freitag, 21. August 2009

Pläne schmieden

Dühnforts dritter Fall ist nun im Lektorat und mein Kommissar mit seinem Segelboot auf dem Weg durch den Ärmelkanal Richtung Brest. Zeit durchzuatmen und neue Pläne zu schmieden. Sowohl für ihn, als auch für mich.

Vor einiger Zeit habe ich hier, in meinem Blog, darüber geschrieben, ein altes Projekt aus der Schublade holen zu wollen und neu zu bearbeiten. Ursprünglich hätte es ein Krimi werden sollen. Das geht aber aus verschiedenen Gründen nicht.

Das Thema beschäftigt mich schon lange und liegt mir sehr am Herzen. Ich habe einen halben Regalmeter Bücher zur Recherche gelesen, habe mit Fachleuten gesprochen, in einem Archiv gewühlt (bzw. wühlen lassen) und Einblick in Originalakten bekommen. Dieses Thema will ich auf alle Fälle bearbeiten. Das Transportmittel dafür muss ja nicht unbedingt eine Krimihandlung sein. Ich könnte ein verwandtes Genre wählen, den Thriller. Ein gut motivierter Bösewicht als Gegenspieler für meine Heldin ... das würde funktionieren. Oder soll ich darauf verzichten, kein Transportmittel nutzen und einfach die Geschichte einer Suche erzählen?

Dühnforts Dritter war also fertig und beim Verlag und ich überlegte, wie ich den liegen gebliebenen Stoff wohl am besten erzählen könnte, als ich eine Mail bekam. Sie stammte von der Lektorin eines Jugendbuchverlags, die auf der Suche nach einer neuen Autorin für eine Thriller-Reihe war und „Der Sünde Sold“ gelesen hatte. Ob ich mir denn vorstellen könnte und Zeit und Lust hätte, einen Thriller für Jugendliche zu schreiben?

Warum eigentlich nicht? Wir telefonierten, verstanden uns auf Anhieb gut und kurze Zeit später kam ein Paket mit einigen Romanen der Reihe, die ich umgehend las. Doch, es würde mir Spaß machen, für Jugendliche einen Thriller zu schreiben. Und prompt – an Fantasie hat es mir ja noch nie gemangelt – bekam ich einen Zipfel einer möglichen Geschichte zu fassen. Ich machte einen Knoten hinein, um den Ansatzpunkt nicht zu vergessen. Meine Agentin besprach mit dem Verlag die Details, während der Zipfel mit dem Knoten ständig im Weg war. Also schrieb ich die Idee endlich auf. Ehe ich mich versah, war ich schon beim Plotten der Geschichte und entwickelte Figuren. Inzwischen ist der Vertrag unterschrieben und stehen Abgabe- und Erscheinungstermin fest.

Jetzt schreibe ich also mit viel Vergnügen einen Thriller für Jugendliche. Das alte Projekt liegt weiter auf Halde. Aber das ist ganz gut so, denn nun kann ich in aller Ruhe überlegen, wie ich diese Geschichte erzählen will, ob als Thriller oder als Geschichte einer Suche. Ich hoffe nur, dass Dühnfort nicht zu schnell von der Ile d’Ouessant zurückkehrt. Bevor ich ihm eine neue Ermittlung aufhalse, will ich das brachliegende Thema bearbeiten.

Donnerstag, 20. August 2009

Het loon van de zonde


Doch, ich gebe es zu: Natürlich bin ich stolz, dass von meinem ersten Roman, noch bevor er in Deutschland erschien, bereites eine Auslandslizenz verkauft wurde; und heute ist es soweit. Heute erscheint "Het loon van de zonde" in den Niederlanden. Der Titel wurde übernommen und auch das Cover ist sehr hübsch. Nun warte ich ganz gespannt auf meine Belegexemplare.